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Konfitüre kernlos

 

Ein Anblick, wie er sofort an Sommer, Sonne und Garten denken lässt.  Diese Bilder werden in mir wach, wenn ich im Winter bei Eis, Schnee, Kälte und  Dunkelheit von den aromatischen kernlosen Konfitüren auf dem Frühstücksbrot esse.

Marmeladen zu kochen geht mit den fertigen Gelierzuckern (ich nehme immer 2:1) ganz einfach. Ein wenig aufwändiger, dafür aber mit deutlicher Wertsteigerung des Ergebnissses, sind kernlose weiche Fruchtaufstriche zu machen. Gelees sind auch kernlos, enthalten aber nur wenig von der eigentlichen Frucht, oft nur den Saft, der durch heißen Dampf gelöst wurde (Quittengelee). Mir ist das zu wenig.  Zu viel von den wertvollen Früchten wird mir dabei entsorgt.

Mit hilfe eines kleinen aber für mich unverzichtbaren Küchengerätes, der Beerenpresse,  kann man aber die Kerne, Stiele und Schalen ganz einfach entfernen. Das Fruchtmus, kann schließlich nach Lust und Laune weiter verarbeitet werden.

Durch diese Presse kommen bei mir die roten und schwarzen Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren.  Im späten Herbst sind es die Hagebutten (die ich vorher koche) und im Prinzipg auch die Tomaten für die Tomatenpulpa, die Sauce im Glas für den Winter. Bei den Tomaten allerdings verarbeite ich größere Mengen, so daß ich mir dieses Gerät als Vorsatz zur Küchenmaschine gekauft habe.

 

Jetzt aber erst einmal zur Johannisbeerkonfitüre kernlos.

 

Die Johannisbeeren oder andere Beeren werden gewaschen und ein wenig abtropfen gelassen.

Die Beerenpresse ähnelt einem Fleischwolf. Vorne kommt der trocken gepressete Trester aus Schalen, Kernen und Stielen heraus und an der Seite das Fruchtmus.

 

 

Dieses Fruchtmuß enthält Fruchtfleisch, ist also kein Saft für Gelee.

TIPP:  Dieses Fruchtmus kann, wenn man es nicht gleich weiter verarbeitet, auch erst einmal unverarbeitet eingefroren werden. Später kann man immer noch Konfitüre daraus herstellen, es bei der Eiszubereitung einsetzen, Getränke aromatisieren oder Fruchtsaucen für Desserts daraus herstellen.

 

Johannisbeeren, Himbeeren oder Stachelbeeren gebe ich roh durch die Presse. . Hagebutten müssen mit etwas Wasser weich gekocht werden, bevor ich sie mit etwas Wasser hier durchdrehe.

Der Trester, hier die roten Würste ist, ganz trocken und kommt auf den Kompost.

Das Fruchtmus kann dann wie gewünscht weiter verarbeitet werden. Ich koche solche Konfitüren bevorzugt, sortenrein. Hier sind also nur rote Johannisbeeren drin. Um die richtige Menge Gelierzucker zu erhalten verarbeite gemäß Anleitung für "ganze Früchte", nicht für "Fruchtsaft" wie es immmer auf den Gelierzuckerpackungen beschrieben ist.

Bei sehr trockenen Früchten wie eben den Hagebutten oder den gekocht durchgedrehten Quitten für Quittenmarmelade, nehme ich weniger als die angebenen Gelierzuckermenge. Bei Quitten deutlich weniger.

Die so zubereiteten kernlosen Konfitüren schmecken köstlich aufs Brot oder Brötchen. Sie dienen in der Weihnachtsbäckerei zum zusammenkleben der Plätzchen. Sie werden statt Aprikosenmarmelade geschmolzen und auf Schoko-Gewürzkuchen gestrichen, bevor die Couvertüre darüber kommt. Gerade Johannisbeerkonfitüre vereinert die Saucen vom Rinder- oder Wildbraten anstelle von Preiselbeeren.

In Joghurt oder Quark gerührt ergeben sie eine kleine Nachspeise.

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